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Berühmte Persönlichkeiten der Frauenrechtsbewegung

Millicent Fawcett (1847 - 1929)

Millicent FawcettGeboren als Millicent Garret in Aldeburgh, Suffolk, war sie verheiratet (1867) mit Henry Fawcett (1833-1884, einem blinden britischen Staatsmann und Wirtschaftswissenschaftler, der sich ebenfalls für das Frauenstimmrecht einsetzte.

Der Kernpunkt ihrer Arbeit war, die Möglichkeiten von Frauen, eine höhere Bildung zu erlangen, zu verbessern. Im Jahr 1871 war sie an der Gründung des Newnham College, Cambride, beteiligt.

Im Jahr 1897 gründete Millicent Fawcett die "National Union of Women's Suffrage", die ihr zu Ehren im Jahr 1953 in die "Fawcett Society" umbenannt wurde. Die Fawcett Society kämpft auch heute noch für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Beruf, zuhause und im öffentlichen Leben.

Millicent Fawcett war eine unermüdliche Kämpferin für die Rechte der Frauen, wenngleich ihre Methoden als eher gemäßigt galten. Sie zog Geduld und logische Argumente den militanten Methoden iher Vorgängerinnen vor.

Sie argumentierte, dass Frauen, wenn sie schon die Gesetze befolgen müssten, die das Parlament erlässt, sie auch Teil des Gesetzgebungsprozesses sein müssen und dass Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben müssen, weil sie ja schließlich auch zu den gleichen Steuern herangezogen werden....

Im Jahr 1924 wurde Milicent Fawcett zur "Dame of the British Empire" geadelt.

Emmeline Pankhurst (1858 - 1928)

Emmeline PankhurstGeboren als Emmeline Goulden in Manchester/England, (ihre Eltern waren der Anhänger der Abolitionisten Bewegung, die sich für die Sklavenbefreiung einsetzte) war sie verheiratet (1879) mit Dr. Richard Marsden Pankhurst (einem Rechtsanwalt, bekennenden Sozialisten, der ebenfalls ein Anhänger der Frauenstimmrechtsbewegung und Verfasser der "Married Women's Property Acts" von 1870 und 1882 war).

Emmeline Pankhurst ist warhscheinlich die bekannteste Persönlichkeit der Frauenstimmrechtsbewegung.

Im Jahr 1889 mitbegründete Emmeline Pankhurst die "Women's Franchise League". Ihre Kampagne wurde leider durch den Tod ihres Ehemannes 1898 unterbrochen. Im Jahr 1894 erkämpfte die "Women's Franchise League" das Stimmrecht für verheiratete Frauen in Kommunalwahlen.

Enttäuscht über den langsamen Fortschritt der Bewegung gründete sie - zusammen mit ihren Töchtern Christabel und Sylvia - im Jahr 1903 in Manchester ihre eigene Organisation, die "Women's Social and Political Union" (WSPU), die sich durch ihre militanten Methoden auszeichnete.

Die Mitglieder der Organisation wurden regelmäßig festgenommen, da sie sich spektakulärer militanter Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele bedienten.

Emmeline Pankhurst selbst war mehrmals inhaftiert. Im Jahr 1912 trat sie in Hungerstreik und wurde bald darauf aus dem Gefängnis entlassen. 1913 wurde sie erneut festgenommen und nach einem Hungerstreik wiederum auf freien Fuß gesetzt. Diese Prozedur wiederholte sich 12 mal in den darauffolgenden 12 Monaten, folgend einem neuen Gesetz, dem “Cat and Mouse Act” (Prisoners, Temporary Discharge for Health Act) 1913.

Zu Beginn des ersten Weltkriegs 1914 ließ die Regierung alle inhaftierten Frauenrechtlerinnen frei und Emmeline Pankhurst setzte die Frauenstimmrechtskampagne zunächst aus, um die Regierung im Krieg zu unterstützen. Während des Kriegs setzte Frau Pankhurst ihre Kampagne in Kanada, den U.S.A und Russland fort.

She kehrte im Jahr 1926 nach England zurück.

Zwei Jahre später wurde sie als Kandidatin der Konservativen Partei für einen Sitz in Ostlondon ausgewählt, starb aber noch bevor die Wahl abgehalten wurde.

Zumindest aber durfte sie noch den Erlass des "Representation of the People Act" 1928 miterleben, das die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Wahlrecht festschrieb.

Zum Gedenken an Emmeline Pankhurst wurde eine Statue in Westminster errichtet.

Das Haus der Familie Pankhurst in Manchester beherbergt nun ein Museum, das Pankhurst Centre.

Literatur:
- My Own Story (1914) autobiography by Emmeline Pankhurst
- E.S. Pankhurst (1936) biography by Sylvia Pankhurst

Christabel Pankhurst (1880 - 1958)
Christabel PankhurstChristabel, Emmeline Pahnkhursts älteste Tochter, wurde in Manchester geboren und war ebenso wie ihre Mutter eine Anhängerin der Frauenstimmrechtsbewegung. Im Jahr 1906 machte sie ihren Abschluss in Rechtswissenschaft an der Universität von Manchester. Nach dem ersten Weltkrieg verließ sie England, zog in die USA und wurde eine Evangelistin.

1936 wurde Christabel Pankhurst zur "Dame of the British Empire" geadelt.
 
Sylvia Pankhurst (1882 - 1960)

Sylvia PankhurstEmmeline Pankhursts jüngste Tochter, Sylvia, geboren in Manchester, begann im Jahr 1906, ganztags bei der WSPU zu arbeiten. Im Gegensatz zu ihrer Mutter und Schwester Christabel bewahrte Sylvia jedoch ihr Interesse an der Arbeiterbewegung, Antifaschismus und Antikolonialismus. Mit den von der WSPU verübten Brandanschlägen war sie keineswegs einverstanden und verließ die Organisation im Jahr 1912, um ihre eigene "East London Federation of Suffragettes" (ELFS) zu gründen, die ihren Namen später in "Workers' Socialist Federation" änderte.

Sylvia Pankhurst gründete die Zeitung “Women’s Dreadnought” die erstmals am International Women’s Day" am 8. März 1914 erschien.1917 wurde der Name der Zeitung in “Workers’ Dreadnought” geändert.

Sylvia war zu dieser Zeit eine wichtige Figur in der kommunistischen Bewegung und besuchte Sitzungen der Internationalen in Russland und Amsterdam und auch Treffen der italienischen sozialistischen Partei. Sie diskutierte mit Lenin und unterstützte linke Kommunisten wie Amadeo Bordiga und Anton Pannekoek.

Sylvia Pankhurst war gegen die Ehe als Institution. Sie unterstützte und verteidigte unverheiratete Mütter und untermauerte ihre Theorien durch Gebären eines unehelichen Sohnes im Jahr 1927. 1956 zog sie nach Addis Abeba um und war im Kampf für die äthiopische Unabhängigkeit aktiv.

Sylvia Pankhurst starb 1960 und wurde in Addis Abeba begraben.

Dr. Elsie Inglis (1864 - 1917)

Dr. Elsie InglisGeboren 1864 in Indien, kehrten Elsie Inglis und ihre Familie nach der Pensionierung ihres Vaters nach Edinburgh/Schottland zurück, als sie 14 Jahre alt war. Ihre Eltern hielten die Erziehung und Bildung einer Tochter für ebenso wichtig wie die eines Sohnes und so studierte sie an der "Edinburgh School of Medicine for Women" und dann an der Universität von Glasgow.

Im Lauf ihrer Tätigkeit in London war sie mehr und mehr entsetzt über den schlechten Pflegestandard weiblicher Patienten.

Im Jahr 1894 kehrte sie nach Edinburgh zurück und begründete eine medizinische Praxis, eröffnete ein Mutterschaftskrankenhaus sowie eine Geburtshilfeklinik für die Armen. Letzere wurde später das Elsie Inglis Memorial Hospital.

Im Jahr 1906 wurde sie politisch aktiv und gründete die "Scottish Women's Suffragete Federation".

Bei Ausbruch des Krieges in Europa im Jahr 1914 schlug Dr. Inglis die Schaffung medizinischer Einheiten für Frauen an der Westfront vor, was die britische Regierung allerdings ablehnte. Die französische Regierung nahm das Angebot jedoch dankbar an und Dr. Inglis richtete 1914 ein Krankenhaus zum Nutzen der französischen Regierung ein, dessen Personal ausschließlich aus Frauen bestand (Abbaye de Royaumont Krankenhaus mit etwa 200 Betten). Ein zweites Krankenhaus sollte im Jahr 1917 folgen.

Ihre unermüdlichen Bemühungen während des ersten Weltkriegs brachten ihr Ruhm und Ehre und Winston Churchill sagte einmal über sie und ihre Kolleginnen, "they will shine in history". Ihre Frauenstimmrechts-Organisation sandte Teams nach Frankreich, Salonika, Russland und Serbien, wo sie halfen, Typhus und andere Epidemien durch Verbesserung der Hygiene einzudämmen.

1917 kehrte Dr. Elsie Inglis nach Newcastle upon Tyne zurück, starb jedoch kurz darauf an Krebs.


Quellen:
History Learning site
Wikipedia


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