|
Frauen bilden 52% der Weltbevölkerung.
Obwohl Frauen in den Industrieländern rein theoretisch
die Gleichberechtigung erreicht haben, ist doch der Großteil
der Welt immer noch von Männern dominiert und Frauen
werden unterdrückt, mißhandelt, ausgebeutet,
vergewaltigt und sogar getötet.
Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass jedes Frauenrecht
bitter erkämpft werden musste und wir heutzutage vom
Mut, der Stärke und Willenskraft unserer Vorgängerinnen
profitieren.
Deshalb sind diese Frauen Helden für mich und obwohl
die meisten Heldensagen von Männern erzählen,
die meisten Denkmäler dem Krieg und sogenannten "Kriegshelden"
gewidmet sind, haben diese couragierten Frauen die Welt
verändert und auch unsere heutige Gesellschaft geformt.
Eines der Rechte, das Frauen um die Jahrhundertwende erkämpft
haben, ist das Frauenwahlrecht. Die Bewegung in Schottland
wurde geführt von
Schottlands Suffragettes
und war aktiv zwischen 1860 und 1918. Frauen
waren seinerzeit vom Wählen ausgeschlossen, sie konnten
nicht einmal eine höhere Ausbildung (geschweige denn
eine medizinische) erhalten und verheirateten Frauen wurden
überhaupt kaum noch Rechte zugesprochen. Sie hatten
ja ihre Ehemänner, die politische Entscheidungen trafen
und zur Wahl gingen.
Die ersten "Suffrage" Gruppen
in Schottland tauchten in den späten 1860ern auf. Sie
verlangten Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für
alle Frauen und bedienten sich hierzu legaler Mittel, um
Unterstützung durch Diskussionen und Debatten zu erhalten.
Sie sandten Petitionen ans Parlament, schrieben Briefe an
Abgeordnete, verteilten Flugblätter und organisierten
Treffen und Diskussionsveranstaltungen.
Nach 30 Jahren friedlicher Kampagne, in denen sie nur minimale
Erfolge erzielt hatten, kamen langsam militantere Mitstreiterinnen
empor.
Die
Frauenwahlrechtsbewegung nahm eigentlich im Jahr 1897
ihren Anfang, als Millicent
Fawcett (1847 – 1929) die
National Union of Women's Suffrage" gründete.
Mililcent Fawcett glaubte an friedliche Proteste, Geduld
und logische Argumente, erzielte auf diese Weise aber kaum
einen Fortschritt.
Aus
Verärgerung über die Ignoranz, die den Frauenrechtlerinnen
entgegenschlug, gründete Emmeline
Pankhurst zusammen mit ihren Töchtern
Christabel
und Sylvia
im Jahr 1903 die "Women's
Social and Political Union".
Sie forderten das Frauenwahlrecht und waren nicht gewillt,
noch länger zu warten, sie waren vielmehr entschlossen,
für ihre Überzeugung auch das Gesetz zu brechen
und ins Gefängnis zu gehen.
Schottische Suffragetten gossen Säure in Briefkästen,
ketteten sich an Zäune, zerschlugen Fenster und zerschlitzten
Porträts des Königs. Sie legten Feuer an wichtigen
Gebäuden wie dem Bahnhof in Leuchars, der Rennbahn
in Ayr und der Whitekirk in East Lothian.
The "Cat
and Mouse" Act 1913:
Wenn sie inhaftiert wurde, traten die Frauen häufig
in den Hungerstreik und die Versuche der Verwaltung, die
Häftlinge zu zwangsernähren, provozierten einen
öffentlichen Aufschrei. Schließlich handelte
es sich um zumeist gebildete Frauen aus "besseren Kreisen"
und nicht um gewöhnliche Verbrecher... Die Regierung
war sehr besorgt, die Frauen könnten im Gefängnis
sterben und der Frauenrechtsbewegung Märtyrer bescheren.
Im Jahr 1913 schließlich erließ
die Regierung den Prisoners' Temporary Discharge
Act, oder "Cat and Mouse"
Act. Danach wurden die Frauen aus dem Gefängnis
entlassen, begannen wieder zu essen und kamen so zu Kräften,
um dann wieder inhaftiert zu werden, um ihre restliche Strafe
abzusitzen. Nicht selten entkamen sie jedoch der polizeilichen
Überwachung noch vor der erneuten Verhaftung und namen
an weiteren Protestaktionen teil.
Durch den Beginn des Krieges im August 1914 und die Einstellung
aller Aktivitäten der Frauenrechtlerinnen für
die Dauer des Krieges, kann die Wirkung des "Cat and
Mouse Act" nicht mit letzter Sicherheit beurteilt werden.
Wahrscheinlich hat das Gesetz aber nicht all zu viel dazu
beigetragen, die Frauen von ihren Aktivitäten abzuhalten.
Der Spitzname des Gesetzes rührt vom
Verhalten einer Katze, die mit ihrer Beute (einer Maus)
erst spielt, bevor sie sie tötet, her.
Im Jahr 1908 öffnete das schottische
Hauptquartier der “Women’s Social and Political
Union” in Glasgow.
Kurz
danach gründete Dr.
Elsie Inglis, eine der ersten Frauen, die an
einer schottischen Universität graduiert hatte, ihre
Bewegung für das Wahlrecht schottischer Frauen in Edinburgh.
Als der I. Weltkrieg begann, bot Dr. Inglis dem Kriegsbüro
ihre medizinischen Dienste an. Von einem gesichtslosen Staatsdienstbürokraten,
der das Gespräch mit ihr geführt hatte, wurde
ihr dann aber gesagt: "Meine gute Dame, gehen Sie nach
Hause und sitzen Sie still". Glücklicherweise
tat sie dies nicht sondern gründete eine Kette von
Frauenkrankenhäusern und Ambulanzen entland der Westfront.
Die Beharrlichkeit von Dr. Elsie Inglis und von Tausenden
ihrer Mitstreiterinnen gewann letztendlich doch.
Im Jahr 1918 erkämpften die
Frauen in Großbritannien (sofern sie über 30
waren und ein paar weitere Kriterien erfüllten) endlich
erfolgreich ihr Recht zu Wählen und in Wahlen zu kandidieren.
(siehe auch den Wortlaut des Gesetzes: "Representation
of the People Act 1918")
Sie verschwendeten auch keine Zeit, von
diesem Recht Gebrauch zu machen. Eunice Murray war die erste
Frau, die in einer Parlamentswahl kandidierte. Sie stand
1918 als Unabhängige für Glasgow Bridgeton zur
Wahl und wurde Dritte.
Am 6. Mai 1999 zogen 48 Frauen (von 129
MSP, das bedeutet 37 %) als Abgeordnete ins neu gewählte
schottische Parlament ein. |
Jahre der Einführung
des Wahlrechtes für die halbe Bevölkerung
eines Landes - Frauen:
|
1869 Wyoming
1902 Australien
1906 Finnland
1913 Norwegen
1915 Dänemark, Island
1917 Kanada, Niederlande, Sowjetunion
1918 Deutschland, England/Schottland, Irland,
Luxemburg
1919 Österreich, Polen, Schweden, Tschechoslowakei
1924 Mongolei
1929 Ecuador
1931 Ceylon, Spanien
1932 Brasilien, Thailand, Uruguay
1934 Kuba, Türkei
1935 Indien
1937 Philippinen
1942 Dominikanische Republik
1944 Frankreich
1945 Italien, Liberia
1946 Albanien, Japan, Jugoslawien, Panama, Rumänien,
Südafrika
1947 Argentinien, Bulgarien, Burma, China, Venezuela
1948 Belgien, Israel, Korea
1949 Chile, Costa Rica, Ungarn
1952 Griechenland
1971 Schweiz
1990 Sub-Kanton Appenzell-Innerrhoden in der
Schweiz |
|