Ihm, dem Allerheiligsten
Vater und Herrn in Christus, seiner Heiligkeit Johannes,
durch göttliche Vorhersehung Oberster Hirte der
Heiligen Römisch Katholischen Kirche, entbieten
seine demütigen und ergebenen Söhne Duncan,
Earl of Fife, Thomas Randolph, Earl of Moray, Lord of
Man and of Annandale, Patrick Dunbar, Earl of March,
Malise, Earl of Strathearn, Malcolm, Earl of Lennox,
William, Earl of Ross, Magnus, Earl of Caithness and
Orkney und William, Earl of Sutherland [sowie] Walter,
Steward of Scotland, William Soules, Butler of Scotland,
James, Lord of Douglas, Roger Mowbray, David, Lord of
Brechin, David Graham, Ingram Umfraville, John Menteith,
guardian of the Earldom of Menteith, Alexander Fraser,
Gilbert Hay, Constable of Scotland, Robert Keith, Marischal
of Scotland, Henry St Clair, John Graham, Davis Lindsay,
William Oliphant, Patrick Graham, John Fenton, William
Abernethy, Davis Wemyss, William Mushet, Fergus of Ardrossan,
Eustace Maxwell, William Ramsay, William Mowat, Alan
Murray, Donald Campbell, John Cameron, Reginald Cheyne,
Alexander Seton, Andrew Leslie und Alexander Straiton
sowie weitere Barone und Freiherren [zugleich stellvertretend
für] die gesamte Gemeinschaft der Herrlichkeit
Schottland untertänigste Referenz [in dem] sie
ergebenst seine gesegneten Füße küssen.
Allerheiligster Vater und Herr, wir
wissen und finden so in den Chroniken und altüberkommenen
Büchern geschrieben, dass unter/neben anderen berühmten
Nationen auch unsere eigene, die Schottische, mit weitreichender
Anerkennung ausgezeichnet ist. [Unsere Vorfahren] zogen
vom Großreich der Skythen durch das Mittelmeer
und vorbei an den Säulen des Herkules und siedelten
für lange Jahre unter höchst berüchtigten
Stämmen in Spanien, ohne je irgendwo oder von welchem
Volk auch immer, mag es noch so barbarisch gewesen sein,
unterworfen worden zu sein. Schließlich kamen
sie, zwölfhundert Jahre nachdem das Volk Israel
durch das Rote Meer gezogen war, in ihre [jetzige] Heimat
im Westen, wo sie bis heute leben. Zuerst warfen sie
die Bretonen hinaus, schlugen die Pikten vernichtend
und nahmen dann, obwohl sie oftmals von Norwegern, Dänen
und Engländern bedrängt wurden, nach zahllosen
Siegen und unsäglichen Anstregungen Besitz von
dieser Heimat; und hielten das Land, wie die Historiker
früherer Tage bezeugen, seitdem frei von allen
Abhängigkeiten. In ihrem Königreich regierten
einhundertdreizehn Könige ihres eigenen königlichen
Geschlechts, ohne dass die diese Reihe auch nur von
einem einzigen Ausländer unterbrochen worden wäre.
Der vornehme Stand und Rang dieser
Menschen, wäre er nicht [schon] anderweitig belegt,
gewönnen [allein] hierdurch genügend Anerkennung:
[Dadurch nämlich], dass der König der Könige,
der Allmächtige, unser Herr Jesus Christus, nach
seinem Leiden und [seiner] Auferstehung, sie, die sie
in den entlegensten Winkeln der Welt lebten, zu den
Vornehmsten in seinem heiligen Glauben zählte.
Auch würde er sie nicht durch irgendeinen Unwichtigen
sondern durch die vornehmsten seiner Apostel in ihrem
Glauben bestärkt haben - in dem er, obwohl nur
zweiter oder dritter in der Rangfolge - den allerfrömmsten
St Andrew, den Bruder des Sg Peter, berufen und sie
für immer seinem Schutz als Patron anbefohlen hätte.
Allerheiligster Vater, Eure Vorgänger
schenkten diesen Dingen höchste Aufmerksamkeit
und zeigten [gegenüber] diesem Königreich
und seinen Menschen/seinem Volk viel Wohlwollen und
verliehen ihm zahlreiche Privilegien wie das einzigartige
Wappenschild des Bruders [unseres] Sg Peter. So lebte
denn unter ihrem Schutz unsere Nation in Freiheit und
Friede bis zu jenen Tagen, da der mächtige Prinz,
Edward, der König der Engländer und Vater
desjenigen, der [da] heute herrscht, [zu einer Zeit
also] da unser Königreich ohne Kopf war und unser
Volk weder Übles noch Verrat hegte und dem Krieg
und [allem] Vorwärtsdrängen entwöhnt
war, da kam er in der Maske des Freundes und Verbündeten,
um sie als Feinde zu quälen. Die Greueltaten, die
Massacker und Gewalttaten, die Plünderungen und
Brandschatzungen, die Verhaftung der Geistlichkeiten,
das Niederbrennen der Klöster, Raub und Mord an
Mönchen und Nonnen und noch andere zahllose Gewalttaten,
die er gegen unser Volk beging und [dabei] weder Alter
noch Geschlecht, Religion oder Stand verschonte, [dies
alles] kann keiner [mit Worten] beschreiben noch sich
wirklich/vollständig vorstellen, wenn er es/sie
nicht mit eigenen Augen gesehen hat.
Aber von diesen zahllosen Übeln
wurden wir mit seiner Hilfe, [der Hilfe dessen] der
noch mit Qualen heilt und erneuert, befreit durch unseren
höchst unermüdlichen Prinzen, [unseren] König
und Herrn, den Lord Robert. Er stellte sich, damit sein
Volk und sein Erbe aus den Händen/Klauen unserer
Feinde befreit würde, Niederlagen und Strapazen,
Hunger und Gefahr, gleich einem zweiten Macabeus oder
Joshua und ertrug alles mit Freuden. Auch haben ihn
göttliche Vorhersehung, sein Recht auf Thronfolge
entsprechend unseren Gesetzen und Gebräuchen, die
wir bis zu [unserem] Tode pflegen werden, und der gebührende
Zuspruch und die Zustimmung von uns allen zu unserem
Prinzen und König gemacht. Ihm sind wir, wie dem
Mann, durch den das Heil über unser Volk ausgeschüttet
wurde, sowohl aufgrund unserer Gesetze als auch wegen
seiner Verdienste [dahingehend] verpflichtet, unsere
Freiheit zu erhalten und zu ihm werden wir stehen, komme
da, was da wolle.
Doch sollte er aufgeben, was er begonnen
hat und billigen, dass man uns oder unser Königreich
dem König von England oder den Engländern
unterwirft, so würden wir sofort alles aufwenden,
um ihn als unseren Feind und Zerstörer seiner eigenen
Rechte wie der unsrigen zu vertreiben und würden
einen anderen Mann, der uns geeignet scheint, uns zu
verteidigen, zu unserem König machen; niemals,
solange auch nur einhundert von uns überleben,
wird man uns zu welchen Bedingungen auch immer unter
englische Herrschaft bringen/zwingen. Wahrlich [und
wahrhaftig], wir kämpfen weder für Ruhm, Reichtum
oder Ehren, [wir kämpfen] für die Freiheit
- das Einzige, das ein ehrenhafter Mann nicht [einmal]
um seines Lebens Willen aufgibt.
Darum, Ehrwürdiger Vater und Herr,
flehen wir Eure Heiligkeit mit unseren ernsthaftesten
Gebeten und demütig bittenden Herzen an, auf dass
Ihr in/mit all Eurer Offenheit und Güte bedenken
mögt, und dass [Ihr] gleich Ihm, dessen Stellvertreter
auf Erden Ihr seid, [keinen Unterschied macht] weder
in der Wertschätzung noch im Ansehen, [sei es]
Jude und Grieche, Schotte oder Engländer, [sondern]
mit den Augen eines Vater schauen werdet auf die Sorgen
und Nöte, die von den Englischen auf uns und die
Kirche Gottes kamen. Möge es Euch gefallen, den
König der Engländer zu ermahnen und ihn zu
ermuntern, mit dem zufrieden zu sein, was ihm seit den
Tagen gehört, da England genug für sieben
und mehr Könige bot, dass [er aber] uns Schotten
in Frieden lasse, leben wir [doch] in diesem armen Schottland
und begehren nichts als dieses unser eigen [Schottland],
jenseits dessen es wahrhaftig keinen anderen Siedlungsraum
mehr gibt. Wir sind ernsthaft gewillt, alles für
ihn zu tun, was wir mit Blick auf unsere Möglichkeiten
tun können, um für uns Frieden zu erreichen.
Dies ist gewisslich auch für Euch
von Bedeutung, Heiliger Vater, habt Ihr doch die Barbarei
der gegen die Christenheit wütenden Heiden gesehen,
welche die Sünden der Christenheit wahrlich verdienten,
und wie dadurch die Grenzen der Christlichen Welt Tag
für Tag zurückgedrängt wurden; und wie
sehr wird es das Gedenken an Eure Heiligkeit trüben,
wenn Ihr (was Gott verhüte) wahrnehmen/erfahren
müßtet, wie die Kirche während Eurer
Zeit ihren Glanz verliert oder in all ihren Zweigen
zum öffentlichen Ärgernis wird. Dann schrecken
[sie] auf, die christlichen Prinzen, die falsche Gründe
vortäuschen, [wenn sie sagen] sie könnten
dem Heiligen Land nicht zu Hilfe kommen, weil sie gerade
mit ihren Nachbarn Kriege führen [müssen].
Der wahre Grund, der sie abhält, [ist/liegt darin],
dass sie im Bekriegen ihrer kleineren Nachbarn schnelleren
Profit bei geringerem Wiederstand erzielen. Wie fröhlich
aber würden unser Herr der König und wir selbst
dorthin gehen, würde uns der König der Engländer
[nur] in Frieden lassen. Er, vor dem nichts verborgen
bleibt, weiß es zu gut; und wir bekennen öffentlich
und bekunden dies vor Euch als Stellvertreter Christi
und vor der ganzen Christenheit.
Wenn aber Eure Heiligkeit zu sehr den
Geschichten vertraut, die von den Engländern verbreitet
werden, statt ernsthaft all dies hier zu glauben oder
[Ihr] nicht aufhört, sie zu unserem Nachteil zu
bevorzugen, dann wird - das glauben wir - das Hinschlachten
der Körper, die ewige Verdammnis/das Verwirken
der Seelen und all dass andere Unglück, das folgen
wird und das sie uns wie auch wir ihnen zufügen
werden, vom Allerhöchsten gewisslich Euch zur Last
gelegt werden.
Abschließend [stellen wir fest],
wir sind bereit und werden, so man uns in die Pflicht
nimmt, immer bereit sein, Euren Willen in diesen Angelegenheiten
als gehorsame Söhne Seines Sachwalters auf Erden
zu erfüllen; und Ihm als [unserem] Höchsten
König und Richter empfehlen wir den Fortgang unserer
Sache an, begeben uns in Seine Obhut und vertrauen fest
darauf, dass Er uns den [nötigen] Mut verleiht
und unsere Feinde vernichtet.
Möge der Allerhöchste Euch
seiner heiligen Kirche im Glauben und bei Gesundheit
erhalten und Euch ein langes Leben schenken.
Ausgefertigt im Kloster von Arbroath
in Schottland am 6. Tag im Monat April im Jahre des
Herrn dreizehnhundertzwanzig, dem fünfzehnten Regierungsjahr
unseres zuvor genannten Königs. |